MSI-dMMR-Portal

Was leistet das MSI-dMMR-Portal?

Die Qualitätssicherungs-Initiative Pathologie GmbH (QuIP) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Pathologinnen und Pathologen in Deutschland und Europa dabei zu begleiten, ihre Untersuchungsergebnisse zu optimieren und bei allen relevanten fachlichen und organisatorischen Aktivitäten der Qualitätssicherung zu unterstützen. Das MSI/dMMR-Portal soll sowohl Pathologinnen und Pathologen als auch Fachärztinnen und Fachärzten anderer Disziplinen und Onkologen zur Orientierung an der Schnittstelle zwischen Biomarker-Tests und Therapie dienen. Auf dem Portal ist ein Biomarker-basierter Behandlungs-Algorithmus für die Erkrankungen Kolorektales Karzinom und Endometriumkarzinom hinterlegt, der sowohl auf den aktuellen medizinischen Leitlinien-Empfehlungen als auch neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, bei dem ausführlich die zugrundeliegenden Untersuchungen erklärt werden.

Während der Zellteilung passieren im Körper bei der DNA-Replikation etwa 100.000 Fehler durch den Einbau falscher Nukleotide (Mismatch) sowie Insertionen und Deletionen. Generell verfügen Zellen über ein System interagierender Proteine zur Reparatur derartiger fehlerhaft replizierter DNA (MMR-Proteine: MutL Homolog 1 [MLH1], MutS Homolog 2 [MSH2], MutS Homolog 6 [MSH6] und Postmeiotic Segregation Increased 2 [PMS2]). Die Mismatch-Repair-Gene sind dafür verantwortlich Fehlpaarungen zu erkennen und zu reparieren. Voraussetzungen hierfür sind die Bildung von Heterodimeren. Dabei entstehen drei Paare: MSH6/MSH2, MSH2/MSH3 und PMS2/MLH1. Beim Ausfall der Moleküle sind unterschiedliche Repeat-Typen betroffen. Im Falle von MSH6 sind es vor allem Mononukleotidrepeats, bei MSH1 und PMS2 insbesondere Dinukleotidrepeats und im Falle von MSH3 auch Tetranukleotidrepeats. Als Folge einer ausbleibenden Mismatch-Reparatur kommt es zu Ansammlungen von Mutationen im Bereich einfach repetitiver DNA-Sequenzen, die als Mikrosatelliteninstabilität (MSI) bezeichnet wird. Diese charakterisiert auf MMR-Defekte (dMMR) basierende Tumoren, die entweder vererbt im Rahmen des Lynch-Syndroms (LS) oder häufiger (etwa 80 Prozent) im Laufe des Lebens (über einen methylierungsbedingten MLH1 Ausfall) erworben werden können.

Der Nachweis eines solchen MMR-Defektes ermöglicht somit je nach Ursache eine Krebsrisikodiagnostik (bei LS) und gleichzeitig eine Bestimmung der optimalen Krebstherapie (hohe Empfindlichkeit gegenüber Immuncheckpoint Therapien).

Die verschiedenen Phasen der mit dMMR assoziierten Erkrankungen sowie der entsprechenden Tests werden durch einen übersichtlichen Algorithmus dargestellt, der detaillierte Informationen zu den jeweiligen Tests, den entsprechenden Ergebnissen sowie zur den verschiedenen Therapieoptionen enthält. Der Einstieg in das Portal und in die hinterlegten Informationen kann direkt über den Algorithmus erfolgen. Parallel ist es ebenfalls möglich, entweder über einen bestimmten Biomarker oder über zugelassene Wirkstoffe/Medikamente einzusteigen und die hinterlegten Informationen abzurufen. Dies erfolgt über die Schnellzugriff/Suche am rechten oberen Bildrand.

Literaturangaben auf dem Portal

Die zugrundeliegende und verwendete, fachlich-wissenschaftliche Literatur für die Portalinhalte befindet sich jeweils für die entsprechenden Algorithmusstellen zitiert als Liste in einem eigenen Register „Literatur“. Die dort aufgeführte Forschungsliteratur bezieht sich jeweils auf den Bearbeitungsstand der Portalredaktion und wird – wo erforderlich – kontinuierlich aktualisiert beziehungsweise ergänzt.

Haftungsausschluss

Bitte beachten Sie: Die Angaben in unserem MSI-/dMMR-Portal stellen wir nach bestem Wissen zur Verfügung. Bitte beachten Sie aber, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und/oder Aktualität der Angaben übernehmen können. Dies gilt insbesondere für Inhalte auf unserer Website, die nicht von uns, sondern von Dritten stammen und von uns nur verlinkt werden. Für aktuelle und auch weiterführende Informationen zu den Präparaten sollte die jeweilige Fachinformation hinzugezogen werden.

Darüber hinaus ist die behandelte Materie allgemein dadurch gekennzeichnet, dass unterschiedliche Pathologen und Pathologinnen im Detail zu unterschiedlichen Ergebnissen in der Befundung von Bildern gelangen können. Wir geben daher bei den Referenzschnitten jeweils die konkrete Datengrundlage an, auf der die Auswertung des Schnittes beruht. Die Bewertung Ihrer eigenen Präparate liegt allein in Ihrer Verantwortung. Wenden Sie sich bei Fragen jederzeit gerne an uns.

Qualitätssicherungs-Initiative Pathologie GmbH

Unterstützt wird die QuIP von Bristol Myers Squibb, GlaxoSmithKline und MSD Sharp & Dohme.